Montgolfière

Manche Arbeiten entstehen aus einer klaren Idee.

Andere beginnen eher beiläufig. Dieses Werk gehört zur zweiten Kategorie.


Am Anfang stand kein konkretes Konzept, sondern nur das Material: alte Buchseiten, bereits gelesen, vielleicht vergessen, aber nicht bedeutungslos. Papier, das Spuren trägt.


Beim Ausschneiden und Falten entstand nach und nach eine Form.


Zunächst ohne eindeutige Richtung – eher ein Versuch, dem Material eine neue Ordnung zu geben.

Erst später wurde daraus ein Heißluftballon. Eine Form, die sich nicht aufdrängt, sondern sich langsam ergibt: aus der Kreisbewegung, aus der Wiederholung, aus dem Zusammenfügen einzelner Teile.


Der entscheidende Moment kam mit dem Öffnen der Doppelseite. Aus der flachen Anordnung wurde plötzlich ein Körper.


Das Papier richtete sich auf, gewann Raum, begann sich zwischen Fläche und Objekt zu bewegen. In diesem Moment veränderte sich auch die Wahrnehmung der Arbeit. Es ging nicht mehr nur um Material, sondern um etwas, das sich löst, das sich erhebt.


Das Zitat von Jules Verne kam erst am Ende hinzu:

„Was Schwierigkeiten angeht, sie sind dazu da, überwunden zu werden.“


Rückblickend wirkt es, als wäre es von Anfang an Teil des Werks gewesen. Vielleicht, weil es genau das beschreibt, was im Kleinen bereits passiert ist:

ein Weiterarbeiten, ein Umformen, ein langsames Überwinden von Widerständen im Prozess selbst.

So ist aus etwas Vorhandenem etwas Eigenständiges entstanden. Nicht als Bruch, sondern als Fortführung.

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